ADHS: Ursachen, Symptome und ganzheitliche Behandlung

Was ist ADHS?

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine neurologische Entwicklungsstörung, die Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Aktivitätsniveau beeinflusst. Die Beschwerden beginnen meist bereits in der Kindheit und können bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben. Manche Menschen entwickeln aber auch erst im Erwachsenenalter ADHS-ähnliche Beschwerden oder nehmen bestehende Symptome erstmals wahr.

Wie entsteht ADHS?

Die genauen Ursachen von ADHS sind bisher nicht vollständig geklärt. Nach aktuellem Wissensstand spielen mehrere Faktoren zusammen, etwa genetische Einflüsse sowie Veränderungen der Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin. Diese Botenstoffe sind unter anderem dafür verantwortlich, Aufmerksamkeit, Motivation und Impulskontrolle zu steuern. Geraten die Neurotransmitter aus der Balance, kann dies die typischen ADHS-Symptome begünstigen.

Darüber hinaus werden folgende Einflussfaktoren diskutiert:

  • Einflüsse während der Schwangerschaft und frühen Entwicklung
  • Chronischer Stress
  • Schlafmangel
  • Fehlernährung, hoher Konsum von Zucker, Gluten oder Eiweiß
  • Psychoemotionale Belastungen
  • Chronische Infektionen

Welche Formen von ADHS gibt es?

Je nach Ausprägung unterscheiden Ärzte drei Formen der ADHS:

  • Vorwiegend unaufmerksamer Typ (ADS): Im Vordergrund stehen Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme, während Hyperaktivität kaum oder gar nicht ausgeprägt ist.
  • Vorwiegend hyperaktiv-impulsiver Typ: Kennzeichnend sind vor allem ausgeprägte Unruhe, Bewegungsdrang und impulsives Verhalten.
  • Kombinierter Typ: Hier treten Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität gemeinsam auf.

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Was sind die typischen ADHS-Symptome?

Die Symptome sind bei ADHS sehr unterschiedlich ausgeprägt. Manche Betroffene kämpfen vor allem mit Konzentrationsstörungen, während andere stärker unter Hyperaktivität oder Impulsivität leiden. Viele zeigen eine Kombination aus mehreren Beschwerden. Zudem verändern sich die Symptome häufig im Laufe des Lebens.

Konzentrationsstörungen und Aufmerksamkeitsprobleme

Menschen mit ADHS fällt es oft schwer, ihre Aufmerksamkeit über längere Zeit auf eine Aufgabe zu richten. Sie lassen sich leicht ablenken, verlieren den roten Faden oder vergessen Termine und Gegenstände. Auch Organisation und Zeitmanagement können zur Herausforderung werden. Gleichzeitig ist bei interessanten Themen ein sogenannter Hyperfokus möglich, bei dem sich Betroffene über Stunden intensiv mit einer Aufgabe beschäftigen.

Hyperaktivität und innere Unruhe

Hyperaktivität bedeutet mehr, als nur „zappelig“ zu sein. Viele Betroffene haben Schwierigkeiten, ruhig sitzen zu bleiben, zappeln mit Händen oder Füßen oder verspüren einen starken Bewegungsdrang. Andere leiden vor allem unter einer inneren Unruhe. Sie fühlen sich ständig getrieben, können nur schwer entspannen oder haben das Gefühl, dauerhaft unter Strom zu stehen. Dadurch fällt es vielen schwer, zur Ruhe zu kommen oder abzuschalten.

Impulsivität und emotionale Belastungen

Eine ausgeprägte Impulsivität kann dazu führen, dass Betroffene vorschnell handeln oder reagieren, ohne die Folgen ausreichend zu bedenken. Gleichzeitig fällt es vielen schwer, Gefühle zu regulieren. Reizbarkeit, Frustration, Stimmungsschwankungen oder eine hohe Sensibilität können den Alltag zusätzlich belasten. Nicht selten entwickeln sich dadurch Probleme in der Schule, im Beruf oder in zwischenmenschlichen Beziehungen.

Medizinischer Leiter und Inhaber - Benjamin Börner

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    Benjamin Börner - Börner Lebenswerk | Zentrum für integrative Medizin

    ADHS bei Frauen bleibt oftmals lange unerkannt. Im Kindes- und Jugendalter wird die Diagnose bei Jungen etwa zwei- bis viermal häufiger gestellt als bei Mädchen. Experten gehen jedoch davon aus, dass ADHS bei Frauen überhaupt nicht oder erst im Erwachsenenalter erkannt wird.

    Ein wesentlicher Grund ist die unterschiedliche Symptomatik. Während Jungen meistens durch ausgeprägte Hyperaktivität und impulsives Verhalten auffallen, stehen bei Mädchen und Frauen häufiger Konzentrationsstörungen, Tagträumerei, innere Unruhe und emotionale Belastungen im Vordergrund. Viele Betroffene entwickeln zudem früh Strategien, um ihre Schwierigkeiten zu kompensieren. Dadurch werden die Beschwerden nicht selten als Stress, Angststörung oder Depression fehlinterpretiert.Auch hormonelle Veränderungen, etwa während des Menstruationszyklus oder in den Wechseljahren, können die Symptome zusätzlich beeinflussen und zeitweise verstärken.

    ADHS und Long Covid: Gibt es einen Zusammenhang?

    ADHS und Long Covid können ähnliche Beschwerden verursachen. Dazu gehören unter anderem Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme, Schwierigkeiten bei Planung und Organisation sowie eine verminderte geistige Leistungsfähigkeit. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass bei beiden Erkrankungen Veränderungen bestimmter Neurotransmitter und anderer Prozesse im Nervensystem eine Rolle spielen könnten. Der genaue Zusammenhang wird jedoch noch erforscht. Trotz dieser Überschneidungen handelt es sich um zwei verschiedene Krankheitsbilder.

    Die wichtigsten Unterschiede sind:

    1. ADHS ist eine neurologische Entwicklungsstörung, deren Symptome meist bereits in der Kindheit beginnen.
    2. Long Covid und das Post-Vac-Syndrom entwickeln sich erst nach einer Infektion beziehungsweise Impfung.

    Nach aktuellem Wissensstand verursacht Long Covid keine klassische ADHS. Ob eine bestehende ADHS Long Covid verstärken oder das Risiko für einen schwereren Verlauf einer Corona-Infektion erhöhen kann, wird derzeit wissenschaftlich untersucht. Eindeutige Belege existieren bisweilen nicht.

    Wie wird ADHS behandelt?

    Die ADHS Behandlung richtet sich nach Alter, Symptomen und dem individuellen Leidensdruck. Häufig werden verschiedene Therapiebausteine miteinander kombiniert, um die Beschwerden bestmöglich zu lindern und den Alltag zu erleichtern.

    Die medizinischen Leitlinien empfehlen je nach Ausprägung der ADHS eine Kombination aus verschiedenen Maßnahmen. Dazu gehören:

    • Medikamente zur Verbesserung von Aufmerksamkeit und Impulskontrolle
    • Psychotherapie, insbesondere verhaltenstherapeutische Ansätze
    • Coaching und Psychoedukation, um den Alltag besser zu strukturieren und individuelle Bewältigungsstrategien zu entwickeln

    Welche Behandlung sinnvoll ist, sollte immer individuell mit dem behandelnden Arzt oder Therapeuten abgestimmt werden.

    ADHS behandeln | Symptome & Behandlung
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