ADHS: Ursachen, Symptome und ganzheitliche Behandlung
Termine vergessen, Gedankenchaos, Konzentrationsprobleme oder ständige innere Unruhe? ADHS kann sich unterschiedlich äußern. Rund 5 % der Kinder und Jugendlichen sind betroffen, bei vielen bestehen die Symptome auch im Erwachsenenalter fort. In diesem Beitrag erfährst du, woran du ADHS erkennst, wie die Diagnose gestellt wird und welche Behandlungsmöglichkeiten infrage kommen.
Was ist ADHS?
Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine neurologische Entwicklungsstörung, die Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Aktivitätsniveau beeinflusst. Die Beschwerden beginnen meist bereits in der Kindheit und können bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben. Manche Menschen entwickeln aber auch erst im Erwachsenenalter ADHS-ähnliche Beschwerden oder nehmen bestehende Symptome erstmals wahr.
Wie entsteht ADHS?
Die genauen Ursachen von ADHS sind bisher nicht vollständig geklärt. Nach aktuellem Wissensstand spielen mehrere Faktoren zusammen, etwa genetische Einflüsse sowie Veränderungen der Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin. Diese Botenstoffe sind unter anderem dafür verantwortlich, Aufmerksamkeit, Motivation und Impulskontrolle zu steuern. Geraten die Neurotransmitter aus der Balance, kann dies die typischen ADHS-Symptome begünstigen.
Darüber hinaus werden folgende Einflussfaktoren diskutiert:
Welche Formen von ADHS gibt es?
Je nach Ausprägung unterscheiden Ärzte drei Formen der ADHS:
- Vorwiegend unaufmerksamer Typ (ADS): Im Vordergrund stehen Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme, während Hyperaktivität kaum oder gar nicht ausgeprägt ist.
- Vorwiegend hyperaktiv-impulsiver Typ: Kennzeichnend sind vor allem ausgeprägte Unruhe, Bewegungsdrang und impulsives Verhalten.
- Kombinierter Typ: Hier treten Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität gemeinsam auf.

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Was sind die typischen ADHS-Symptome?
Die Symptome sind bei ADHS sehr unterschiedlich ausgeprägt. Manche Betroffene kämpfen vor allem mit Konzentrationsstörungen, während andere stärker unter Hyperaktivität oder Impulsivität leiden. Viele zeigen eine Kombination aus mehreren Beschwerden. Zudem verändern sich die Symptome häufig im Laufe des Lebens.
Wie wird ADHS diganostisziert?
Eine ADHS-Diagnose sollte immer durch einen erfahrenen Facharzt oder Psychotherapeuten erfolgen. Da es keinen einzelnen Test gibt, der ADHS eindeutig nachweisen kann, setzt sich die Diagnostik aus mehreren Bausteinen zusammen. Dazu gehören unter anderem:
- Eine ausführliche Anamnese zur Krankengeschichte und den Beschwerden.
- Gespräche mit Betroffenen und bei Kindern zusätzlich mit Eltern oder Lehrern.
- Standardisierte Fragebögen und psychologische Tests.
- Die Beurteilung, seit wann die Symptome bestehen und wie stark sie den Alltag beeinträchtigen.
Da Konzentrationsstörungen, innere Unruhe oder Vergesslichkeit bei verschiedenen Erkrankungen auftreten, müssen andere Ursachen sorgfältig ausgeschlossen werden. Dazu gehören beispielsweise Schlafstörungen, chronisches Erschöpfungssyndrom, Depressionen, Angststörungen, Schilddrüsenerkrankungen oder Nährstoffmängel. Erst eine umfassende Diagnostik ermöglicht es, ADHS einzugrenzen und eine passende Behandlung einzuleiten.
Warum Börner Lebenswerk?
ADHS im Erwachsenenalter: Die Diagnose erfolgt oft erst spät
Viele Menschen erhalten die ADHS Diagnose erst im späteren Leben. Ein Grund dafür ist, dass sich die Symptome mit dem Alter verändern. Während Kinder oft durch ihre ausgeprägte Hyperaktivität auffallen, zeigt sich diese bei Erwachsenen eher als innere Unruhe. Gleichzeitig entwickeln viele Betroffene unbewusst Strategien, um ihre Schwierigkeiten auszugleichen. Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit oder Probleme mit Organisation werden häufig als Folge von Stress, Brain Fog oder Burnout interpretiert.
Hinzu kommt, dass das Bewusstsein für ADHS im Erwachsenenalter in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat. Viele Betroffene erkennen ihre Beschwerden daher erst rückblickend oder suchen Hilfe, wenn die Anforderungen im Beruf oder im Alltag zunehmen.
Die ADHS Diagnose erfolgt auch bei Erwachsenen durch Mediziner. Neben einer ausführlichen Anamnese und standardisierten Fragebögen wird erkundet, ob die Beschwerden bereits in der Kindheit bestanden haben.
Warum ADHS bei Frauen häufiger übersehen wird
ADHS bei Frauen bleibt oftmals lange unerkannt. Im Kindes- und Jugendalter wird die Diagnose bei Jungen etwa zwei- bis viermal häufiger gestellt als bei Mädchen. Experten gehen jedoch davon aus, dass ADHS bei Frauen überhaupt nicht oder erst im Erwachsenenalter erkannt wird.
Ein wesentlicher Grund ist die unterschiedliche Symptomatik. Während Jungen meistens durch ausgeprägte Hyperaktivität und impulsives Verhalten auffallen, stehen bei Mädchen und Frauen häufiger Konzentrationsstörungen, Tagträumerei, innere Unruhe und emotionale Belastungen im Vordergrund. Viele Betroffene entwickeln zudem früh Strategien, um ihre Schwierigkeiten zu kompensieren. Dadurch werden die Beschwerden nicht selten als Stress, Angststörung oder Depression fehlinterpretiert.Auch hormonelle Veränderungen, etwa während des Menstruationszyklus oder in den Wechseljahren, können die Symptome zusätzlich beeinflussen und zeitweise verstärken.
ADHS und Long Covid: Gibt es einen Zusammenhang?
ADHS und Long Covid können ähnliche Beschwerden verursachen. Dazu gehören unter anderem Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme, Schwierigkeiten bei Planung und Organisation sowie eine verminderte geistige Leistungsfähigkeit. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass bei beiden Erkrankungen Veränderungen bestimmter Neurotransmitter und anderer Prozesse im Nervensystem eine Rolle spielen könnten. Der genaue Zusammenhang wird jedoch noch erforscht. Trotz dieser Überschneidungen handelt es sich um zwei verschiedene Krankheitsbilder.
Die wichtigsten Unterschiede sind:
- ADHS ist eine neurologische Entwicklungsstörung, deren Symptome meist bereits in der Kindheit beginnen.
- Long Covid und das Post-Vac-Syndrom entwickeln sich erst nach einer Infektion beziehungsweise Impfung.
Nach aktuellem Wissensstand verursacht Long Covid keine klassische ADHS. Ob eine bestehende ADHS Long Covid verstärken oder das Risiko für einen schwereren Verlauf einer Corona-Infektion erhöhen kann, wird derzeit wissenschaftlich untersucht. Eindeutige Belege existieren bisweilen nicht.
Wie wird ADHS behandelt?
Die ADHS Behandlung richtet sich nach Alter, Symptomen und dem individuellen Leidensdruck. Häufig werden verschiedene Therapiebausteine miteinander kombiniert, um die Beschwerden bestmöglich zu lindern und den Alltag zu erleichtern.
Die medizinischen Leitlinien empfehlen je nach Ausprägung der ADHS eine Kombination aus verschiedenen Maßnahmen. Dazu gehören:
- Medikamente zur Verbesserung von Aufmerksamkeit und Impulskontrolle
- Psychotherapie, insbesondere verhaltenstherapeutische Ansätze
- Coaching und Psychoedukation, um den Alltag besser zu strukturieren und individuelle Bewältigungsstrategien zu entwickeln
Welche Behandlung sinnvoll ist, sollte immer individuell mit dem behandelnden Arzt oder Therapeuten abgestimmt werden.

Ganzheitliche Begleitung bei ADHS im Börner Lebenswerk
Im Börner Lebenswerk wird ADHS ganzheitlich betrachtet und begleitet. Ziel ist es, mögliche Belastungsfaktoren zu erkennen und den Körper in seiner natürlichen Regulation zu unterstützen. Je nach individueller Situation können unter anderem folgende Bereiche berücksichtigt werden:
- Ernährungsmedizin, beispielsweise zur Optimierung der Nährstoffversorgung
- Förderung einer optimalen Darmgesundheit
- Verbesserung von Schlafqualität und Stressbewältigung
- Regelmäßige Bewegung
Eine umfassende individuelle Diagnostik ist die Basis, um mögliche Begleitfaktoren wie Nährstoffmängel oder chronische Belastungen zu erkennen. Der ganzheitliche Ansatz versteht sich als sinnvolle Ergänzung zur leitliniengerechten Behandlung, ersetzt diese aber nicht.
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Du möchtest deine Beschwerden besser verstehen oder suchst nach einer ganzheitlichen Ergänzung zur klassischen ADHS Behandlung? Im Börner Lebenswerk betrachten wir nicht nur die Symptome, sondern den gesamten Menschen. Mithilfe einer individuellen Diagnostik lassen sich mögliche Belastungsfaktoren wie Ernährung, Schlaf, Stress oder andere gesundheitliche Einflüsse gezielt berücksichtigen.
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